... newer stories
Freitag, 14. Juli 2006
Zerendipity – Teil 7
mein.dasein, 16:59h
Ich wartete also auf Antwort von Zerendipitys Nachricht und ging Donnerstag mit Arbeitskollegen auf dem Markt essen. Anfangs habe ich mich ein paar mal umgeschaut, um Zerendipity zu entdecken, aber irgendwann bin ich dann in den Gesprächen hängen geblieben. Freitag Mittag erreichte mich eine Mail:
-------------------------------------------------------
11:09
Von: zerendipity@hotmail.com
An: schokoriegel@gmx.de
Betreff: Treffen
Text:
Hi,
sorry wegen Donnerstag. Ich konnte wirklich nicht. Auf den Markt gehen wir dann ein andermal. Hast Du heute Abend Zeit? 18:00 Uhr im Bahnhof?
Erwartungsvoll
Zerendipity
--------------------------------------------------------
18:00 Uhr im Bahnhofskaffee, nach etwas Vorgeplänkel kam etwas was ich nicht erwartet hätte.
„Ich habe einen Anschlag auf dich vor.“
„Leg’ los.“
„Nun ja, äh, was ich schon immer mal wissen wollte,“ … zögern… „ist, ääh, wie es wirklich in einem Bordell ist! Nicht nur aus dem Fernsehen.“ Schuldiges Gucken, Stirnrunzeln.
„Umpf.“ Genau de richtige Reaktion auf so eine Aussage.
„Äh, ja, ich meine, alles was ich als Frau da sehe ist aus dem Drehbuch oder mehr oder weniger gestellte Reportage. Ich möchte es mal genauer wissen.“
„Und? “ Ich übe mich mal wieder in Zurückhaltung.
„Na ja, warst Du schon mal …, äh, …“
„Ähh. “ Vorsicht. Jetzt kann ja bedeuten, ‚so ein blödes Arschloch’ und nein ‚Feigling’.
„Ich beiße nicht.“
„Ja ich weiß. Nur Erwürgen. Das ist mir schon klar.“ Bloß schnell die Kurve kriegen.
„Ich hab mir überlegt, dass ich so ein“ hüsteln „Schäferstündchen sponsere.“
Fragezeichen. Das meint Sie doch nicht etwa ernst. Was will die Frau eigentlich von mir. Mich ausnutzen, mich umbringen, mich lächerlich machen?
„Ich weiß nicht, ob ich da der richtige bin.“
„Du erzählst mir alles haarklein. Es gibt auch eine Belohnung.“
Pause. Noch mehr Fragezeichen.
„Das ist nicht gerade das was ich so ständig tue. Kannst Du das nicht aus der üblichen Literatur holen: ‚Opus Pistorum’ oder ‚Stille Tage in Clichy’ von Henry Miller oder ‚Fuck Machine’ von Charles Buckowski oder so. Das lässt sich doch über einfach über Amazon bestellen und ist billiger.“
„Das ist doch nicht das gleiche. Die Erzählung Auge in Auge mit der Spannung des gerade Erlebten fehlt da.“
„‚Fox’ fällt mir da noch ein, von äh… Cagliostro."
„Wie gesagt: nicht dasselbe. Schriftstellerisch beschrieben, aber nicht erzählt. Was sind deine Bedenken? Dass das Kondom platzt? “
„Du kommst mit?“ Mehr ein Befehl als eine Frage.
„Ich glaube nicht, dass sie mich da rein lassen. Außerdem traue ich mich nicht.“
„Aha, aber ich soll…“
So ging es noch eine Zeit weiter auch wenn mittlerweile klar war was geschehen würde. Und so kam es, dass ich mit fünfzig Euro in der Hand dastand und von Zerendipity in die Richtung Taunusstraße, Elbestraße begleitet wurde.
-------------------------------------------------------
11:09
Von: zerendipity@hotmail.com
An: schokoriegel@gmx.de
Betreff: Treffen
Text:
Hi,
sorry wegen Donnerstag. Ich konnte wirklich nicht. Auf den Markt gehen wir dann ein andermal. Hast Du heute Abend Zeit? 18:00 Uhr im Bahnhof?
Erwartungsvoll
Zerendipity
--------------------------------------------------------
18:00 Uhr im Bahnhofskaffee, nach etwas Vorgeplänkel kam etwas was ich nicht erwartet hätte.
„Ich habe einen Anschlag auf dich vor.“
„Leg’ los.“
„Nun ja, äh, was ich schon immer mal wissen wollte,“ … zögern… „ist, ääh, wie es wirklich in einem Bordell ist! Nicht nur aus dem Fernsehen.“ Schuldiges Gucken, Stirnrunzeln.
„Umpf.“ Genau de richtige Reaktion auf so eine Aussage.
„Äh, ja, ich meine, alles was ich als Frau da sehe ist aus dem Drehbuch oder mehr oder weniger gestellte Reportage. Ich möchte es mal genauer wissen.“
„Und? “ Ich übe mich mal wieder in Zurückhaltung.
„Na ja, warst Du schon mal …, äh, …“
„Ähh. “ Vorsicht. Jetzt kann ja bedeuten, ‚so ein blödes Arschloch’ und nein ‚Feigling’.
„Ich beiße nicht.“
„Ja ich weiß. Nur Erwürgen. Das ist mir schon klar.“ Bloß schnell die Kurve kriegen.
„Ich hab mir überlegt, dass ich so ein“ hüsteln „Schäferstündchen sponsere.“
Fragezeichen. Das meint Sie doch nicht etwa ernst. Was will die Frau eigentlich von mir. Mich ausnutzen, mich umbringen, mich lächerlich machen?
„Ich weiß nicht, ob ich da der richtige bin.“
„Du erzählst mir alles haarklein. Es gibt auch eine Belohnung.“
Pause. Noch mehr Fragezeichen.
„Das ist nicht gerade das was ich so ständig tue. Kannst Du das nicht aus der üblichen Literatur holen: ‚Opus Pistorum’ oder ‚Stille Tage in Clichy’ von Henry Miller oder ‚Fuck Machine’ von Charles Buckowski oder so. Das lässt sich doch über einfach über Amazon bestellen und ist billiger.“
„Das ist doch nicht das gleiche. Die Erzählung Auge in Auge mit der Spannung des gerade Erlebten fehlt da.“
„‚Fox’ fällt mir da noch ein, von äh… Cagliostro."
„Wie gesagt: nicht dasselbe. Schriftstellerisch beschrieben, aber nicht erzählt. Was sind deine Bedenken? Dass das Kondom platzt? “
„Du kommst mit?“ Mehr ein Befehl als eine Frage.
„Ich glaube nicht, dass sie mich da rein lassen. Außerdem traue ich mich nicht.“
„Aha, aber ich soll…“
So ging es noch eine Zeit weiter auch wenn mittlerweile klar war was geschehen würde. Und so kam es, dass ich mit fünfzig Euro in der Hand dastand und von Zerendipity in die Richtung Taunusstraße, Elbestraße begleitet wurde.
... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories