Freitag, 1. September 2006
Zerendipity – Teil 10
Ich wartete also schon in der Mitte der Brücke und stand, mit den Ellbogen auf das Geländer gestützt und die wenigen Ausflugsschiffe betrachtend, da. Ja, ich war zu früh. Es war gerade langweilig im Büro. Mit „Ich geh’ ne Runde Spazieren und lass mir den Wind durch den Kopf pfeifen“ hatte ich mich davongestohlen und war zum Eisernen Steg geeilt. Mittagessen? Nee.
„Hallo“ hörte ich Zerendipity rufen. Sie kam trotz der Kälte mit offenem, wehendem Mantel über die Brücke auf mich zu.
„Hi“, wir gaben uns eine Wangenkuss. Der zart scharfe Geruch eines Parfümes umströmte mich.
„Wie hast du den Abend verkraftet?“
„Und du?“
„Mmmh, naja, ich habe `was ausprobiert.“ Wie gingen mittlerweile in Richtung Museumsufer.
„Erzähl mir alles.“ Ich machte große Augen, „Jetzt bist du dran.“ Mit Blick auf das Museum für Kunsthandwerk. Sie zögert.
„Ich habe die Armbänder ausprobiert.“ Das hat Überwindung gekostet.
„Die wir zusammen gekauft haben?“ Das Gespräch muss in Gang bleiben.
„Ja, ich war allein zuhause.“ Sie sprach langsam. „Und nach dem Abend gestern Abend…“ Pause. „… dachte ich, also hatte ich …“ Pause „Ich hab mich ausgezogen und ins Bett gekuschelt. Und dann konnte ich nicht einschlafen. Und nach zehnmal hinundherdrehen ging es dann nicht anders.“ Pause „Ich habe mich dann zu meinem Schrank geschlichen und die Handschellen hinter den Pullovern hervorgezogen. Dann hab ich mir ein paar Stümpfe angezogen, halterlose, hohe, in schwarz und wieder unter die Decke in Bett gelegt. Die Decke gleitet dann ganz leicht über die Stümpfe, das gibt ein tolles Gefühl, wenn da Nylon dazwischen ist. “
Ich muss schlucken. Sie schaut mich nicht direkt an sondern blickt irgendwo vor uns auf den Boden.
„Dann habe ich meine Fußgelenke mit den Fesseln verbunden.“ So langsam kamen wir an der Untermainbrücke an. Das Filmmuseum schaute über die Böschung zur Uferpromenade zu uns hinunter. Hinter der Brücke blieben wir stehen. „Ich hab mich dann doch hingekniet, mit der eine Hand den Verbindungsring gehalten und mich dann angespannt, praktisch den ganzen Körper. Das ging wirklich gut. Den Kopf in den Nacken, linke Schultern nach hinten. Da ist dann selbst Spannung über den Brustkorb und die Brüste. Den Bauch habe ich dann nach vorne gedrückt und die Oberschenkel angespannt. Das Leder ist so breit, dass es nicht einschneidet. Mit der anderen Hand bin ich dann über alle Muskeln gefahren. Nicht kitzeln, nicht reiben.“ Zerendipity kam langsam in Fahrt und ich bei mir begann sich auch das Blut zu stauen. „Die Hand folgt einfach den Muskelrichtungen. Irgendwann war ich dann richtig aufgeladen“ Ich bin es jetzt auch wollte ich beinnahe sagen. “Meine Brustwarzen waren dann ganz spitz, so dass ein Berührung bis ins Rückenmark schießt. Meine Hand wandert dann zu meine Pobacken. So ein leichtes Kitzeln der angespannten Muskeln finde ich da immer toll. Das kann aber eigentlich kein anderer, da niemand außer mir die richtige Stelle kennt. Dann habe ich die Innenseiten meine Oberschenkel gekribbelt. Da ist die Haut besonders weich. Ich mag das ganz besonders. Teilweise habe ich Finger unter den Strumpfbund geschoben und sonst über die Oberfläche der Stümpfe gestreichelt. Mit den Muskeln habe ich von innen dagegengedrückt. Dann bin ich über die Haarspitzen von meine Schamhaaren gefahren, solange bis ich richtig feucht in der Ritze war. Mit einem Finger bin ich genau über die Mitte der Ritze gefahren, beide Lippen werden dann berührt, wie mit zwei Fingern gleichzeitig. Die Hand war da noch kälter als die Lippen selbst. Ich mit dem Finger bin immer tiefer eingetaucht, hab den Kitzler berührt, hab Ringe innen in der Scheide gefahren, auch mit angespanntem Scheidenmuskel. So sind auch kleine Tränen in meine Augen gelaufen. immer noch mit dem Kopf im Nacken. Ich musste den Kitzler dann kaum noch zwischen zwei Finger nehmen um zu kommen. Mein ganzer Körper ist fast auf einmal explodiert. Immer alles mit angespannten Muskeln, gefühlt fast vorm Zerreißen. Ich bin auf die Seite gekippt in die kalte Bettdecke und konnte mich kaum bewegen. Die Decken war wie in den Arm nehmen. Die aufgebauschten Deckenteile haben mich umflossen, wie das Meer, wenn man am Strand direkt auf der Wassergrenze sitzt. Die Wellen sind dann zwar abgeebbt, aber das hat noch eine Weile gedauert. Und dabei war ich die ganze Zeit wie ein Bogen gespannt. Ohne die Fesseln wäre ich gar nicht auf diese Idee gekommen. Ich lag noch etwa eine viertel Stunde so da, bis ich dann alles mit zitternden Händen wieder ausgezogen habe.“
Ich muss schlucken.
„So, ich hoffe, ich konnte das auch einigermaßen erzählen? Oder?“
Ich konnte nur noch Nicken. Wahrscheinlich stand mein Mund weit offen. Wir befanden uns immer noch beim Filmmuseum. Ich hätte jetzt gerne die Hand auf ihren Rücken gelegt und sie weiter in Richtung Holbeinsteg geschoben, aber ich traute mich nicht sie zu berühren.
„Übrigens habe ich heute etwas Muskelkater.“ Wir mussten beide herzlich lachen und schlenderten weiter. Buaaah, ich merkte kaum den kalten Wind. Die Bewegung tat gut. Ich hatte das Gefühl, in den letzen Minuten überhaupt nicht geatmet zu haben. Jetzt strömte die Luft erfrischend den Hals hinunter.
Nach einer Weile hab, in der wir schweigend nebeneinander her gegangen sind, musste ich zugeben, dass sie das nicht schlecht, eine Untertreibung, dargestellt hatte.
„Ich war gestern Abend übrigens auch noch so aufgedreht, dass ich noch mal Hand an mich gelegt habe, nachdem ich vorher nicht soviel Erfolg hatte.“ Aber das war nur eine Randbemerkung, derer es nicht mehr bedurft hatte. Ich musste die Information einfach noch loswerden. Sie lächelte und legte mir die Hand auf die Schulter. Ich war jetzt besser still.
Auf der anderen Seite des Holbeinsteges trennten sich dann auch unsere Wege. Die Mittagspause war jetzt langsam vorbei. Ich war wieder auf dem Weg zurück in den Alltag. Noch etwas schwindelig.

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