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Mittwoch, 18. Januar 2012
Ende
mein.dasein, 22:54h
Das ist das Problem abstrakter Kunst. Das Ende. Der Anfang ist einfach. Eine Idee oder auch Eingebung. Plötzlich da und irgendwie gut. Skizzen dann. Nachdenken. Farbproben. Es folgt die erste Hürde: die weiße Leinwand. Leer groß. Diesmal bleibt etwa ein Quadratmeter Zielfläche übrig. Ein Quadrat - davon komme ich nicht los. Ich muss das Format einmal leicht modifizieren. Dann - erste Farbe. Die erste Schicht ist Schwierig. Die Leinwand saugt noch zuviel. Die Farbflächen lege ich an. Nur grob, sie werden immer wieder übermalt, um Durchscheinen zu können, oder um Hervortreten zu können. Ausgefranzte Flächen oder vermischte Übergänge. Ich beschränke mich. Krapplackrot mit Schwarz ist das Highlight diesmal. Unerwartet - eigentlich sollte die Farbe zurücktreten. Aber ein Bild ist immer ein Experiment. Ich experimentiere mit mir. mit meinen Emotionen. Sitze immer wieder vor dem Gekleckse und überlege. Das Krapplackrot bleibt! Es ict mein erstes fast weißes Bild, sofern mach 60 Protzent weiß als solches bezeichnen kann. Das habe ich bisher nur als Graphik gesehen. Nun wage ich mich vor. Viel weiße Farbe überdeckt SchwarzBlau und ZitronenUmbraGelb.
Es fehlt noch das Ende. Schwarz muss her. Der finale Streich/Strich. Das kriege ich dann nicht mehr weg. Das ist das Ende. Ich habe Angst. Ich mache ein Modell eines Schwarzen Striches mit Klebeband. Das geht. So etwa. Die Farbe muss noch mit der Schwerkraft laufen! Richtung in das Quadrat geben. Nur darf ich nicht überziehen. Zuviel wäre das andere Ende.
Und jetzt sitze ich da, die Hände voller notdürftig abgewischter, schwarzer Ölfarbe. Und ich weiß nicht, ob ich an Ende bin - mit dem Bild. Morgen werde ich wieder hinsehen, wenn die Farbe getrocknet ist und sich der Terpentingeruch verzogen hat. Bin ich dann wirklich am Ende? Oder muss ich Übermalen? Weitere zehn Schichten? Jedesmal gehe ich mit mehr Herzklopfen hin und prüfe mich selbst, ob ich das jeweilige Ende ertragen kann. Ich habe gelernt langsam zu sein. Nur dem Ende nicht zuviel letzte Farbe zumuten. Es kann soviel zuviel sein, dass ich wieder am Anfang stehe. Wie vor drei Monaten, als die erste Farbschicht kam.
Es fehlt noch das Ende. Schwarz muss her. Der finale Streich/Strich. Das kriege ich dann nicht mehr weg. Das ist das Ende. Ich habe Angst. Ich mache ein Modell eines Schwarzen Striches mit Klebeband. Das geht. So etwa. Die Farbe muss noch mit der Schwerkraft laufen! Richtung in das Quadrat geben. Nur darf ich nicht überziehen. Zuviel wäre das andere Ende.
Und jetzt sitze ich da, die Hände voller notdürftig abgewischter, schwarzer Ölfarbe. Und ich weiß nicht, ob ich an Ende bin - mit dem Bild. Morgen werde ich wieder hinsehen, wenn die Farbe getrocknet ist und sich der Terpentingeruch verzogen hat. Bin ich dann wirklich am Ende? Oder muss ich Übermalen? Weitere zehn Schichten? Jedesmal gehe ich mit mehr Herzklopfen hin und prüfe mich selbst, ob ich das jeweilige Ende ertragen kann. Ich habe gelernt langsam zu sein. Nur dem Ende nicht zuviel letzte Farbe zumuten. Es kann soviel zuviel sein, dass ich wieder am Anfang stehe. Wie vor drei Monaten, als die erste Farbschicht kam.
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