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Montag, 13. Februar 2012
Sternzeichenzeichen
mein.dasein, 21:31h
Auf dem Weg nach Westen, zum Treffen der Mannschaft - Ligaspiel - stehen die Sterne, wie ich sie selten gesehen habe. Der Große Wagen (Bär?) steht hell leuchtend direkt über dem Horizont. Groß, aber man weiß mja schließlich, dass Dinge in Augenhöhe größer erscheinen, weil sie bedrohlicher sind. Dieses Sternbild ist im wesentlichen das einzige, das ich sofort erkennt. Dafür aber eben sofort. Abendstern, Kleiner Wagen folgen, danach ist zapenduster. Ich wollte mir schon immer mal eine Sternenkarte zulegen - nicht so wichtig. Wichtiger wäre ein Klappstuhl auf einen Berg und kein Licht und viel schauen. Aber heute sieht das Himmel einfach wunderbar aus. Die vier Ecken des Wagens sind hell. Die Deichsel gut zu erkennen. Weiterre Sterne im Hintergrund halten sich zurück. Ich will eigentlich anhalten und noch einen Moment schauen. Die Ruhe geniesen, soweit das auf der Autobahn möglich ist. Geht aber natürlich nicht. Die Straße kruvt nach recht weg. Ich muss durch das Seitenfenster gucken. 90 km/h. Zu langsam eigentlich. Doch die Bewegung sehe ich. Hmh. Zweifel. Tempo halten. Zweifeln und Tempo halten und nachsehen. Die Sterne bewegen sich. Tempo halten. Wie bitte? Bewegen sich? Kurve nach links. Eigentlich sind die Sterne auch zu tief. Das Vorderrad des Großen Wagens ist zu schnell. Flugzeug! Verdammt. Das Hinterrad ist auch schnell. Der Perspektivwechsel zeigt es. Mist! Die neue Landebahn habe ich nicht einkalkuliert. Die Süddumfliegung hier Deichel genannt auch nicht. Die Südumfligung schwenkt langsam ein. Das rechte Vorderrad zieht an mir (Gegenrichtung nach Osten) vorbei. Auf der anderen Seite kommt das ehemalige Hinterrad. Etwas niedriger. Das nächste aus der Südumfliegung eingeschwenkte Flugzeug schaltet die Landescheinwerfer an. Groß und hell leuchtend, wie ein tiefstehender Stern ind circa 15 Kilometer Entfernung. Ich biege auf die nächste Autobahn und sehe mir das Ganze von der Autobahnkuppe her an. Kein Sternbild zu sehen. Alles Tiefflieger. Zehn oder Elf zähle ich. Rekord. Sieben war mein Rekord vor der neuen Landebahn - und immer schön in der Reihe hintereinander. Nun fliegen sie in Form von Sternbilder ein. Auch ein Schauspiel. Futuristisch. Georgio De Chirico like. Ohne Menschen. Ganz anders als die ruhige Montagsdemonstration am Flughafen selbst. Ruhige Menschen steigen artig aus der S-Bahn aus, drängen sich durch die wenigen nicht abgesperrten Zugänge ins Termine 1 und schleppen Kinderwagen die abgeschalteten Rolltreppen hinauf (bei 80 Stufen habe ich das Weiterzählen vergessen), um dann die Schilder aus den Plastiktüten auszupacken und lautstark gegen den Tiefflieger zu protestieren. Ich finde mich mit meiner Sympathie dabei und will daran denken die Hockey-Schiedsrichter-Pfeife mitzubringen. Das nächste Mal vielleicht, wenn ich wieder in der gleichen S-Bahn sein sollte.
Das Ligaspiel hat leider nicht zum erfolg geführt; wir haben verloren. Pseudo-Sternzeichen eben.
Das Ligaspiel hat leider nicht zum erfolg geführt; wir haben verloren. Pseudo-Sternzeichen eben.
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