Dienstag, 15. August 2006
Zerendipity – Teil 8
„Ich warte im ‚Fox and Hound’“ sagte Zerendipity als wir die Niddastrastße überquerten. „Da hinten die Bierbar in der Westendstraße.“
„Du hilfst mir nicht beim Aussuchen?!“ Wahrscheinlich wird sie gerade rot, aber es ist zu dunkel um es zu sehen.
„Viel Spaß.“ Weg ist sie und ich trabe weiter die Straße entlang und schiele rechts und links in die Eingänge. Zumeist sieht man nur einen verfliesten Eingang mit roten Neonleuchten und einer Treppe nach oben um die Ecke. Nachdem ich dreimal die Straße hoch und runter gegangen bin habe ich mich entschieden. Ich ging in einen weniger schmuddeligen und etwas breiteren Eingang in der Taunusstraße ‚Taunus 37’.
Circa eine dreiviertel Stunde später saß ich wieder neben Zerendipity im ‚Fox and Hound’ und bestellte ein Bier.
„Und, wie war’s?“
„Das ist ja wohl die blödeste Frage, die nach dem Sex gestellt wird. Oder?“
„Wo ist also das komische Grinsen auf deinem Gesicht, dass ich erwarte? Das, das ausdrückt, dass da etwas Tolles und Befriedigendes war.“
„So, meinst du, dass es so war?“ Ein Schluck Bier. Aus den Augenwinkeln versuchte ich ihren Gesichtsaudruck zu erkennen.
„Ja.“ Pause. „Einfacher geiler Sex. Für beide Seiten ist klar worum es geht. Kein Taktieren, keine Hemmungen.“
„Hohe Erwartungen! Ich glaube nicht, dass die so einfach erfüllt werden.“
„Jetzt erzähl schon.“ Leichtes Schulterrempeln. „Ich bestelle uns noch ein Bier.“
Und so erzählte ich, wie ich die Stufen ins erste Stockwerk hochstieg. Vom Treppenpodest ging es in einen Flur. Drei oder vier geschlossene Türen waren zu sehen. Rechts und links hinten war jeweils noch eine Tür. Eine davon stand offen. Eine langhaarige blonde Frau lag bäuchlinksauf dem Bett, eine Bein abgewinkelt nach oben und telephonierte. Trotz der offenen Tür sah Sie nicht aus, als wollte sie gestört werden.
Im nächsten Stockwerk war schon mehr los. Zwei Männer mit dem Rücken zur Flurtür redeten mit zwei der Damen, die nicht richtig zu sehen waren. An einer weitere offenen Tür hingen ein paar Fesseln und eine Frau lag auf dem Bett und sah fern. Ich lächelte kurz in den Flur und ging weiter nach oben.
Im dritten Stock fand ich nur geschlossene Türen vor. Immerhin bewegte ich mich schon etwas sicherer. Weiter oben gelangte ich dann zum Dachgeschoss, wo quasi sofort drei viel zu bunt angezogene, dunkelhäutige Ladys mit „Hallo“, „Hallo, Süßer“, „Hi“ gleichzeitig auf mich einstürmten. Das war zuviel des Guten; ich fühlte mich überrumpelt. Hier fehlte die Kundschaft. Mit einem kurzen Hallo verabschiedete ich mich wieder nach unten. Ein echt gelungener Auftritt. Ich überlegte beim Abstieg, was ich jetzt unternehme. Zwei junge Kerle, Typ heranwachsender Türke mit Tennissocken und Pudelmütze ohne Pudel, kamen mir entgegen.
Einer der Männer aus dem zweiten Stock lief auch schon wieder über den Flur und gab den Blick auf die Frau mit der er redete frei. Das eher unübertriebene. frische Lächeln lockte mich an. Sie fing mit „Hallo, Schatz“ an. „Hallo.“, ich stand schon vor ihr.
Sie saß auf einem Barhocker halb in der Tür zu ihrem Zimmer. An der Tür stand in ausgeschnittenen Papierbuchstaben LISA. Sie hatte dunkle Augen und fast lockige schwarze Haare bis zu den Schultern. Sie war trotz der hohen Riemchensandalen etwa einen halben Kopf kleiner als ich. „Du heißt Lisa?“ Das passte irgendwie nicht.„Nein, Marizza. Lisa ist heute nicht da. Was möchtest du?“ Der leichte Akzent zeigte nicht die Herkunft. Ich konnte hier auch nichts erraten. „Was bietest du?“ antwortete ich mit einer Gegenfrage. Hinhaltetaktik. „Ficken, Blasen, Stellungen“ war die knappe Antwort. „zwanzig Minuten dreißig Euro.“ „Was kriege ich für fünfzig?,“ Das hatte ich schließlich zur Verfügung. „Dreißig Minuten.“ Aha. Inflation. Verflucht, schalte den Kalkulationsteil in deinem Hirn endlich aus! dachte ich bei mir. Kleine Pause. Sie versucht mich unauffällig zu mustern. Bei mir rotierten die Gedanken: will-Ich-oder-will-ich-nicht. „Gut. Dann lass’ uns reingehen.“ besiegelte das Geschäft.
Die Verhandlung war kurz. Sie legte mir den Arm um die Hüfte und führte ihren Fang ins Zimmer. Ich machte das auch und wir gingen hinein. Marizza machte die Tür zu. ich gab ihr die fünfzig Euro, die sie gleich in einem kleinen Schrank verstaute. Das Zimmer war das typische kleine Hotelzimmer. Gleich neben dem Eingang befand sich ein kleines dunkles Bad. Ein Stück weiter war das kleine Zimmer mit eine Quer in den Raum gestellten französischen Bett. rechts und Links neben dem Bett stand jeweils en kleiner Nachttisch. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes war eine Schankwand aufgebaut, in der ein kleiner Fernseher stand, in dem leise MTV lief. Im Wesentlichen war alles Dunkelrot gestrichen und nur wenig beleuchtet. Dunkle schwere Vorhänge schirmten das rote Licht der Neonleuchten von der Fassade ab. Eine kleine Lichterkette bietet etwas Licht. Das Bett war rot bezogen mit zwei Roten Kissen und einem großen roten Handtuch in der Mitte. Mariza fängt an das wenige Auszuziehen, das sie anhat. Ich ziehe mich auch aus und lege meine Sachen auf den einzigen Stuhl. „Setz’ dich.“ lächelte sie. Ich meinte etwas Verlegenheit zu sehen. Dabei sah ich auch, dass sie ihren Venushügel bis auf einen kleine Streifen hatte.
Marizza kniete sich neben mir auf das Bett. Ich saß in der Mitte. Mit einem kurzen „Relax, leg dich doch hin.“ brachte sie mich ins Liegen. Ihr war anscheinend unklar warum ich mich nicht gleich gelegt habe und ob ich irgendetwas andere möchte. Ich war noch schlaff. Sie fing gleich an, meine Eier zu streicheln und meine Schwanz zu wichsen. Nach einem Moment konnte sie mir schon ein Kondom überstreifen. Dann fing sie auch sofort mit Blasen an; recht hektisch oder auch heftig, aber nicht ohne Wirkung. Ihre Haare tanzen dabei über meinen Bauch und die Lenden. Kurz darauf legte sie sich in die Kissen. Beim Eindringen fühlte ich dieses wunderbare warme Gefühl um den Schwanz, wenn die Wärme langsam am Schaft hoch gleitet. Einige Stöße, zurechtrücken, bis wir die richtige Position gefunden hatten, weiter bewegen. Unsere Körper fanden einen Rhythmus. Ich legte die Hände um ihre festen kleinen Brüste und nahm die Brustwarzen leicht zwischen Daumen und Zeigefinger zu drehen. Im Gegenzug begann sei meine Brustwarzen mit den Daumen leicht kreisend zu streicheln. ich wurde langsamer, um das zu genießen. Sie drückt mich hoch und legte mir die Beine auf die Schultern. Ich hob ihren Hintern leicht an und zog ihre Beine an meinen Bauch, um besser . Die Beine hatte Sie ebenfalls rasiert. Die waren stoppelig, schon eine Zeitlang her. So ging es einen Moment weiter bevor wir wieder zur Ausgangsstellung zurück wechselten. Dann drehte sie sich wortlos auf die Knie, nahm etwas Creme oder Vaseline aus einer Tube auf den Nachtisch. Während ich sie von Hinten stoße streichele ich über ihren Rücken, fuhr mit den Händen unter den Bauch und schloss meine Handflächen um ihre Brüste und lies ihre festen Brustwarzen in meine Hände drücken. Leider dachte ich auch wieder über die Situation nach: ich, im Puff, von ein Frau bezahlt, die auch noch in einer Kneipe wartete. Das führte dazu dass ich abschlaffte und aus Marizza herausrutschte. Sie fing also wieder an mich mit der Hand zu bedienen, zog mir ein neues Kondom über, um dann wieder zu blasen.
Irgendwann war dann die Zeit vorbei. Ich war nicht gekommen. Sie schaute mich unsicher an, ob ich jetzt nicht irgendwie ausraste und fragte „Was ist los?“ Pause „Hast du Medikamente genommen?“ was ich verneinte „Oder Probleme mit Kondomen?“ was ich ebenfalls normalerweise nicht habe. „Vielleicht geht es halt manchmal einfach nicht.“ gab ich ihr zur Auskunft. Das schien nicht weiter ungewöhnlich für sie zu sein. Nach ein paar Worten zog ich mich wieder an. Zum Abschluss schlang sie die Arme noch einmal um mich und drückte mich im stehen. Bisher hatte sie nur String und die hohen Riemchenschuhe wieder an. „Soll ich den Rock auslassen? Sieht das besser aus?“ fragte sie. Ich war erstaunt. „Ist das nicht zu kalt? Der verbirgt doch sowieso nichts.“ „Stimmt schon.“ gab sie zu und legte den Rock wieder um. Das Telephon klingelte. „Meine Mutter fragt bestimmt, ob ich was zu Abend essen will“ meinte Marizza. Das hätte ich wirklich nicht erwartet. „Komm ’mal wieder.“ sagte sie zum Abschied. Ich antwortete mit „Gerne. Danke, noch mal. Tschüss“, sie war da schon am Hörer. Und kurze Zeit später fand ich Zerendipity im ‚Fox and Hound’ wieder.
„So in etwa war’s. Hast du das auch so erwartet?“ Fragte Zerendpity nachdem ich aufgehört hatte zu erzählen.
„Ich weiß nicht was ich erwarten sollte.“
„Was hat dir gefehlt?“
„Ich konnte nicht wirklich aus mir herausgehen. Normalerweise hat man mehr Vorbereitung oder wenigsten mehr Zeit, oder so.“
„Hätte sie nicht alles mitgemacht?“
„Wahrscheinlich schon, aber so ganz einfach ist das nicht, seine Wünsche unter Zeitdruck so einfach mal herauszulassen, wenn die Situation so viel Unsicherheit beinhaltet.“ Denkpause „Eigentlich hat mir Küssen oder überhaupt Zungeneinsatz gefehlt, mehr Zeit für Berührung und Umarmung.“
„Und mir erzählst du doch auch alles.“
„Weniger Hektik und das Verhältnis ist ein anderes. “
„So, so“ grinste Zerendipity.
Auf diese Art unterhielten wir uns noch einige Zeit und tranken noch ein paar Biere. Zerendipity stellte Fragen; ich versuchte zu antworten. Die Intimität die mittlerweile hier entstanden war erlaubte mir dabei eine immer gelöstere Darstellung. Nach etwa einer Stunde verabschiedeten wir uns mit einem kleine Wangenkuss und gingen unserer Wege, ohne weiteres zu vereinbaren. Ich würde also wieder auf eine E-Mail warten oder eben auch eine schreiben.

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