Montag, 25. September 2006
Zerendipity – Teil 11
mein.dasein, 12:50h
Am nächsten Tag hatte ich keine Nachricht erhalten, obwohl ich genau dass erwartet hatte. Auf meine E-Mail kam keine Antwort. Meine Mailbox beobachtete ich genau. Es war eine Unruhe in mir, die ich so gar nicht kannte. Alle 15 Minuten spätestens schaute ich ins Internet, um nach neuen Nachrichten zu suchen, obwohl ich genau wusste, dass nichts kommen wird. Auf eine Arbeit konnte ich mich schon gar nicht konzentrieren. Zum Glück hatte ich zur Zeit nur Kleinkram. Statt des Mittagessens ging ich spazieren, natürlich genau den Weg den ich mit Zerendipity genommen hatte, in der Hoffnung sie hier zu finden. Am nächsten morgens hielt ich in der S-Bahn und auf den Bahnsteigen, an denen die Bahn vorüberfuhr, Ausschau. Nichts. Eine Leere, die sich nicht mit Worten füllen ließ, tat sich auf. Die Fragen, was ich mache und was ich will, fanden ihren ständigen Platz in meinen Kopf und es schien, als ob ich diese vor mir her trug wie eine Fahne. Das waren wohl die Falten auf meiner Stirn, die meine Kollegen davon abhielten mich in die Gespräche mit einzubeziehen. Von selbst hätte ich keine angefangen. So drehte ich dann auch allein meine Mittagsrunden. Gut für das Gewicht. Gut für den Kopf.
Meine Unruhe schien sich in den nächsten Tagen noch auszuweiten. Diese innere Unruhe, die einem besagt, dass etwas nicht stimmt, die sich aber nicht artikulieren will. Der Bauch rebelliert gegen den Kopf. „Finde es doch selbst heraus“ sagt der Bauch. Zu blöde. Nach vier weiteren Runden um das Stück Flusslauf, dessen Weg sich mir schon aufs genaueste eingeprägt hatte, und einem Wochenende, das ich ganz im Zeichen der Familie verbrachte, hatte ich endlich Abstand. Das Durchatmen auf der Mittagsrunde fiel leicht. Der Regen der mir über die Brille lief, spülte die Gedanken an Zerendipity fort und lies mich wieder für andere Dinge öffnen. „Pack’ etwas neues an“ signalisierten Kopf und Bauch, ohne eine Entscheidung zu fällen, was es ein könnte. Aufgewühlt und losgelöst kam ich also nach dem nächsten Mittagsspaziergang zurück ins Büro. In der E-Mail-Eingangsbox prangte die Weiterleitung einer Nachricht an Schokoriegel:
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12:17
Von: zerendipity@hotmail.com
An: schokoriegel@gmx.de
Betreff: wieder da
Text:
Hi,
ich war eine woche weg im warmen. hatte dich leider nicht informiert. sorry. kannst du mir verzeihen? wie wäre es mit einem mittagessen bei dem Thai, moselstraße ecke münchner? geht morgen?
vlg Zerendipity
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Kannst Du mir verzeihen? Natürlich konnte ich. Eine Woche Kreisedrehen und dann das. Kleingeschriebene gehetzte E-Mails: Genau das, was mein Bauch brauchte. Thailändisches Essen und Zerendipity.
Meine Unruhe schien sich in den nächsten Tagen noch auszuweiten. Diese innere Unruhe, die einem besagt, dass etwas nicht stimmt, die sich aber nicht artikulieren will. Der Bauch rebelliert gegen den Kopf. „Finde es doch selbst heraus“ sagt der Bauch. Zu blöde. Nach vier weiteren Runden um das Stück Flusslauf, dessen Weg sich mir schon aufs genaueste eingeprägt hatte, und einem Wochenende, das ich ganz im Zeichen der Familie verbrachte, hatte ich endlich Abstand. Das Durchatmen auf der Mittagsrunde fiel leicht. Der Regen der mir über die Brille lief, spülte die Gedanken an Zerendipity fort und lies mich wieder für andere Dinge öffnen. „Pack’ etwas neues an“ signalisierten Kopf und Bauch, ohne eine Entscheidung zu fällen, was es ein könnte. Aufgewühlt und losgelöst kam ich also nach dem nächsten Mittagsspaziergang zurück ins Büro. In der E-Mail-Eingangsbox prangte die Weiterleitung einer Nachricht an Schokoriegel:
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12:17
Von: zerendipity@hotmail.com
An: schokoriegel@gmx.de
Betreff: wieder da
Text:
Hi,
ich war eine woche weg im warmen. hatte dich leider nicht informiert. sorry. kannst du mir verzeihen? wie wäre es mit einem mittagessen bei dem Thai, moselstraße ecke münchner? geht morgen?
vlg Zerendipity
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Kannst Du mir verzeihen? Natürlich konnte ich. Eine Woche Kreisedrehen und dann das. Kleingeschriebene gehetzte E-Mails: Genau das, was mein Bauch brauchte. Thailändisches Essen und Zerendipity.
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tomm,
Freitag, 3. November 2006, 15:20
Was ist los?
zerendipity verschollen?
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