Freitag, 26. Oktober 2007
Zerendipity – Teil 12
mein.dasein, 16:36h
Wir trafen uns also nächsten Tag wir beim Thai. Diesmal war es Zerendipity die warten musste, weil ich noch zulange telephoniert hatte. Nach der kurzen Begrüßung gingen wir ins „Siam“, eine einfache Mittagstisch-Kneipe am Rande des Rotlichtbezirks mit gutem thailändischem Essen. Schnell, immer voll, etwas düster und abgenutzt. Der schlauchartige Raum mit den Tischen geht weit in den Gebäudeblock hinein. Die Tische sind zur Straße hin in Zweierreihen und in den tiefen des Raumes einzeln aufgestellt. Wir erwischten den hintersten Tisch und konnten uns dort allein ausbreiten. Wir saßen noch nicht, da brachte die Bedienung brachte sofort die in Folie eingeschweißten Menükarten. Zerendipity setzte sich mit dem Rücken zu Wand und hatte den gesamten Raum in ihrer Blickrichtung. Ich starrte auf die holzvertäfelte Wand mit den, für ein Thai-Restaurant unpassenden, chinesischen Graphiken. Die sind wohl vom Vormieter übernommen worden. Wir machten uns stumm an die Auswahl des Essens. Zerendipity bestellte, anhand der Nummer natürlich (einmal die 63) gebratene Nudeln mit Rindfleischstreifen, Basilikum, Lauch und Thai-Curry sowie ein Glas Wasser. Ich wählte Hähnchenstreifen in Kokosmilch mit Bambussprossen und Chilli-Fäden mit Bitter Lemon.
Sie erzählte vom Urlaub, Skifahren, irgendwo in den Dolomiten bei Passo Pordoi, von schönen Wetter, Sonne viel Schnee. Sie erzählte von der Fahrt, von Staus, von der Gruppe der Mitfahrer, von ihrem Freund. Von ihrem Freund. Nicht, dass ich das nicht wusste, nur so erzählt hat sie von ihm noch nicht. Das Essen kommt mit asiatischer Effizienz: „Dreiundsechzig, bitte.“. Teller wird hingestellt. Eine kleine Schale mit verschiedene Gewürzen und Soßen landet auf dem Tisch. Der Reis kommt in die Mitte. einhellig mischten wir Reis mit etwas Sojasoße, dem jeweiligen Gericht, taten etwas Chilli dazu und fingen an zu essen. Kurz bevor wir mit dem Essen fertig waren, probierten wir gegenseitig jeweils des anderen Gericht.
„Schön scharf. Das mag ich.“
Sie nahm meine rechte Hand. Griff sich den Zeigefinger und rührte mit dessen Spitze in der Soße meines Tellers. Dann führte sie ihn zu ihrem Mund. Ich wollte die Hand zurückziehen, um nicht gebissen zu werden, aber die Führung war so bestimmt, dass ich ihr folgen musste. Sie setzte meine Fingerspitze mit der Soße auf ihr Lippen und saugte den Finger dann ganz behutsam in den Mund. Schaut mich dabei fest an. Lutscht. Herzstillstand. Die Zähne aufeinandergepresst. Ich musste sie stumm ansehen. Mein Finger verschwand langsam und tauchte ebensolangsam wieder auf. Die Grübchen in ihren Backen zeigten den Unterdruck an, der meine Finger hielt. Dabei bewahrte sie einen ernsten Gesichtsausdruck. Die Zunge legte sich wie eine Schale unter den Finger. Warm. Ich spürte ihren Rachen. Sie ließ den Finger etwas herausgleiten und sog ihn dann wieder in die Tiefe. Beim nächsten Freigeben konnte ich ihn bis ans letzte Glied zurückziehen, dann hielten mich ihre Zähne fest. Die Zungenspitze umspielte Finderspitze. Der empfindliche Druckpunkt in der Mitte, Zentrum des Fingerabdrucks, wurde umkreist. Sie ließ die Zungenfläche darüber gleiten, bewegte die Zunge rund herum. Unter dem Tisch berührte sie mich leicht seitlich mit einem Bein, ihr Unterschenkel an meinem angespannten Unterschenkel. Nur leicht berührend, während sie weiter meinen Finger mit den Zähnen festhielt, die Lippen jetzt leicht geöffnet. Ich hätte den Finger zwar jederzeit herausziehen können, ich war nur nicht in der Lage diese Situation zu beenden. Ihre Zunge spielte weiter. Aufspringen und davonrennen wäre aufgrund meiner Erektion nicht das gewesen, was ich mir jetzt vorgestellt hätte. Meine Brustwarzen werden sensibel. Der Stoff des Hemdes rieb bei jedem Atemzug mit dem Heben und Senken des Brustkorbes darüber und erzeugt kleine elektrische Impulse. Die Zeit blieb stehen. Endlich ließ sie meine Finger los.
„Die Soße sollte ab sein.“ sagte sie ohne eine weitere Andeutung in der Mimik. „Gut.“
„Ja“ ist alles, was ich leise, fast gehaucht, herausbrachte. Ich zog meine Hand zurück und betrachtete die leichten Zahnabdrücke auf meinem Zeigefinger.
Sie tupfte sich mit der Papierservierte sehr langsam über den Mund. Eine Geste, die fast unbeschreiblich war. Den Kopf gerade, die Augen ein wenige gesenkt, so als ob die Servierte jetzt das einzige war, was zählte. Die Bewegung wirkte abwesend, war jedoch todsicher gezielt. Genau auf meinen Bauch. Mein Atem stockt. Ob die Szene irgendwelche Beobachter hatte, konnte ich nicht ergründen. Ich hatte sie die ganze Zeit angeschaut. Zerendipity hatte das hoffentlich im Blick gehabt.
Wir saßen eine Weile schweigend gegenüber.
„Das ist mir gerade eben eingefallen.“ bemerkte sie mit einem kaum merklichen Schmunzeln.
„Ich hoffe, du hast öfter solche Einfälle.“
„Manchmal …“
Viel konnte ich nicht mehr sagen. Die Mittagspause ging zu Ende. Wir bezahlten und verabschiedeten uns vor dem Siam.
„Ich schicke dir noch eine Mail für unser nächstes Treffen.“
„Und beiße bis dahin niemandem den Finger ab!“
„Mache ich.“ sagte sie im Weggehen, ließ die Finger kurz winkend tanzen und verschwand um die Ecke.
Kurze Zeit später erhielt ich die folgende Nachricht.
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14:32
Von: zerendipity@hotmail.com
An: schokoriegel@gmx.de
Betreff: Afterwork
Text:
Morgen, Hotel National, 18:00, PianoLounge. Alles weitere dann Morgen.
Ich freue mich darauf.
Deine Z^^
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Irgendwann hatte ich anscheinend erwähnt, an dem Tag Zeit zu haben.
Sie erzählte vom Urlaub, Skifahren, irgendwo in den Dolomiten bei Passo Pordoi, von schönen Wetter, Sonne viel Schnee. Sie erzählte von der Fahrt, von Staus, von der Gruppe der Mitfahrer, von ihrem Freund. Von ihrem Freund. Nicht, dass ich das nicht wusste, nur so erzählt hat sie von ihm noch nicht. Das Essen kommt mit asiatischer Effizienz: „Dreiundsechzig, bitte.“. Teller wird hingestellt. Eine kleine Schale mit verschiedene Gewürzen und Soßen landet auf dem Tisch. Der Reis kommt in die Mitte. einhellig mischten wir Reis mit etwas Sojasoße, dem jeweiligen Gericht, taten etwas Chilli dazu und fingen an zu essen. Kurz bevor wir mit dem Essen fertig waren, probierten wir gegenseitig jeweils des anderen Gericht.
„Schön scharf. Das mag ich.“
Sie nahm meine rechte Hand. Griff sich den Zeigefinger und rührte mit dessen Spitze in der Soße meines Tellers. Dann führte sie ihn zu ihrem Mund. Ich wollte die Hand zurückziehen, um nicht gebissen zu werden, aber die Führung war so bestimmt, dass ich ihr folgen musste. Sie setzte meine Fingerspitze mit der Soße auf ihr Lippen und saugte den Finger dann ganz behutsam in den Mund. Schaut mich dabei fest an. Lutscht. Herzstillstand. Die Zähne aufeinandergepresst. Ich musste sie stumm ansehen. Mein Finger verschwand langsam und tauchte ebensolangsam wieder auf. Die Grübchen in ihren Backen zeigten den Unterdruck an, der meine Finger hielt. Dabei bewahrte sie einen ernsten Gesichtsausdruck. Die Zunge legte sich wie eine Schale unter den Finger. Warm. Ich spürte ihren Rachen. Sie ließ den Finger etwas herausgleiten und sog ihn dann wieder in die Tiefe. Beim nächsten Freigeben konnte ich ihn bis ans letzte Glied zurückziehen, dann hielten mich ihre Zähne fest. Die Zungenspitze umspielte Finderspitze. Der empfindliche Druckpunkt in der Mitte, Zentrum des Fingerabdrucks, wurde umkreist. Sie ließ die Zungenfläche darüber gleiten, bewegte die Zunge rund herum. Unter dem Tisch berührte sie mich leicht seitlich mit einem Bein, ihr Unterschenkel an meinem angespannten Unterschenkel. Nur leicht berührend, während sie weiter meinen Finger mit den Zähnen festhielt, die Lippen jetzt leicht geöffnet. Ich hätte den Finger zwar jederzeit herausziehen können, ich war nur nicht in der Lage diese Situation zu beenden. Ihre Zunge spielte weiter. Aufspringen und davonrennen wäre aufgrund meiner Erektion nicht das gewesen, was ich mir jetzt vorgestellt hätte. Meine Brustwarzen werden sensibel. Der Stoff des Hemdes rieb bei jedem Atemzug mit dem Heben und Senken des Brustkorbes darüber und erzeugt kleine elektrische Impulse. Die Zeit blieb stehen. Endlich ließ sie meine Finger los.
„Die Soße sollte ab sein.“ sagte sie ohne eine weitere Andeutung in der Mimik. „Gut.“
„Ja“ ist alles, was ich leise, fast gehaucht, herausbrachte. Ich zog meine Hand zurück und betrachtete die leichten Zahnabdrücke auf meinem Zeigefinger.
Sie tupfte sich mit der Papierservierte sehr langsam über den Mund. Eine Geste, die fast unbeschreiblich war. Den Kopf gerade, die Augen ein wenige gesenkt, so als ob die Servierte jetzt das einzige war, was zählte. Die Bewegung wirkte abwesend, war jedoch todsicher gezielt. Genau auf meinen Bauch. Mein Atem stockt. Ob die Szene irgendwelche Beobachter hatte, konnte ich nicht ergründen. Ich hatte sie die ganze Zeit angeschaut. Zerendipity hatte das hoffentlich im Blick gehabt.
Wir saßen eine Weile schweigend gegenüber.
„Das ist mir gerade eben eingefallen.“ bemerkte sie mit einem kaum merklichen Schmunzeln.
„Ich hoffe, du hast öfter solche Einfälle.“
„Manchmal …“
Viel konnte ich nicht mehr sagen. Die Mittagspause ging zu Ende. Wir bezahlten und verabschiedeten uns vor dem Siam.
„Ich schicke dir noch eine Mail für unser nächstes Treffen.“
„Und beiße bis dahin niemandem den Finger ab!“
„Mache ich.“ sagte sie im Weggehen, ließ die Finger kurz winkend tanzen und verschwand um die Ecke.
Kurze Zeit später erhielt ich die folgende Nachricht.
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14:32
Von: zerendipity@hotmail.com
An: schokoriegel@gmx.de
Betreff: Afterwork
Text:
Morgen, Hotel National, 18:00, PianoLounge. Alles weitere dann Morgen.
Ich freue mich darauf.
Deine Z^^
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Irgendwann hatte ich anscheinend erwähnt, an dem Tag Zeit zu haben.
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